Westliche Kräuter nach TCM

Was ist TCM?

Die TCM basiert auf eine mehrere tausend Jahre lange Erfahrung in der ganzheitlichen Heilkunde für den Menschen. Schon damals wussten die Chinesen, dass Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden. Neben der Akupunktur und Ernährung nach ganz bestimmten Kriterien, spielt die Kräutertherapie eine wesentliche Rolle in der Genesung. Diese wird erreicht, wenn im Menschen ein ausgeglichener Energiefluss wieder hergestellt wird: Ist  nämlich dieser gestört, kommt es nach TCM zur Krankheit.

Anhand von Zungen-,  Pulsdiagnostik und einem ausführlichen Patientengespräch wird versucht, diese Störung des Energieflusses genau zu eruieren und in der Folge mit den verschiedenen Methoden zu behandeln.

Was bedeutet „TCM mit westlichen Kräutern“?

Bei dieser Behandlungsmethode wird die langjährige Erfahrung der chinesischen  Medizin mit dem Wissen aus der abendländischen Tradition von Heilpflanzen  (Hippokrates, Hildegard von Bingen,… ) verbunden. Wie in der TCM spielen der Geschmack und die Temperatur der einzelnen Kräuter eine wesentliche Rolle.  Den Patienten werden dabei hauptsächlich europäische Kräuter – oder Teile davon (Blätter, Früchte, Wurzeln, Samen,…) – verabreicht. 

Wie läuft eine Behandlung ab?

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch, der Zungen- und Pulsdiagnostik wird ein sorgfältig ausgewähltes Arzneimittel – zumeist eine Tinktur – mit westlichen Kräutern verschrieben. Manchmal kommen auch spezielle Teemischungen zum Einsatz.  Die Tinkturen werden durch das Einweichen der Pflanzen in Wasser und meist Äthanol hergestellt, sind also alkoholische Auszüge.

Bei welchen Krankheiten ist eine Kräutertherapie sinnvoll?

Mit dieser Form der Kräutertherapie nach TCM-Kriterien kann eine Vielzahl von Erkrankungen behandelt werden: Hauterkrankungen und Allergien, gynäkologische und urologische Beschwerden, psychische Probleme, neurologische Erkrankungen, akute oder chronische HNO- und Atemwegs-Infekte, begleitend bei chronischen Schmerzen, Magen- und Darmerkrankungen, Erschöpfungssyndrom, begleitend auch bei Chemotherapie. Aber auch Kinder und Jugendliche profitieren von dieser Behandlungsmethode.

Wie oft muss man westliche Kräuter nach TCM einnehmen?

Das hängt vom jeweiligen Beschwerdebild ab. In der Regel bei chronischen Krankheiten mehrere Monate bis zu drei Mal täglich zu fixen Zeiten, wobei regelmäßige Kontrollen – vor allem des Pulses oder der Zunge –  nötig sind.

Bei akuter Krankheit, etwa eines akuten Atemweginfekts ist die Therapiedauer meist auf Tage verkürzt – je nach Ausprägung.     

Beeinflusst eine laufende, schulmedizinische Therapie?

Nein.

Bei einigen Heilpflanzen sind jedoch Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamentengruppen möglich oder sie dürfen nicht während einer Schwangerschaft angewendet werden.

Haben westliche Kräuter nach TCM Nebenwirkungen?

Die verschriebenen Kräutermischungen in Form von Dekokten (=Abkochungen), Granulaten, Tinkturen-, Teemischungen bzw. Aufgüssen oder pflanzlichen Fertigpräparaten haben erfahrungsgemäß sehr geringe Nebenwirkungen.

Trotz sachgerechter Anwendung der Therapie mit Arzneipflanzen kann es selten zu unerwünschten und/oder überschießenden Reaktionen kommen.

lm Behandlungsverlauf ist die regelmäßige Rücksprache über Wirkung bzw. unerwünschte Wirkungen deshalb sehr wichtig.  Zudem sollte immer genau die Dosierung eingehalten werden.

Normal ist eine vorübergehend vermehrte Müdigkeit unter Umständen mit

o Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit

o vorübergehend vegetativen Reaktionen (2.8. Schwitzen u.a.)

o leichte Verdauungsbeschwerden